Home > News-Archiv
19.06.2009 Quelle: KLEINE ZEITUNG, Seite: 3

Handy: Argumente für geplagte Eltern

Handys gehören zum Lebensstil von Kindern und Jugendlichen. Klüger damit umgehen werden sie nur, wenn Erwachsene es vorleben.

WIEN, GRAZ. Natürlich ist es schwer, Kindern und Teenagern Handys zu verbieten. Das provoziert nur Widerspruch. Vielleicht hilft es aber, an ihre Vernunft zu appellieren, raten Experten. Wenn man auf mögliche gesundheitliche Schäden hinweist und ihnen praktische Tipps gibt, wie das Handy "richtig" zu verwenden ist, stößt man eventuell auf offene Ohren.

"Wir wollen das Handy nicht verteufeln, sondern einfach auch die andere Seite aufzeigen", sagt Bernhard Seidler vom Kinderbüro Steiermark. Damit meint er vor allem Elternbildung und die Bekämpfung der weit verbreiteten Ahnungslosigkeit vieler Handy-Benützer. Für ihn der Gipfel: "Manche Kinder schlafen sogar mit dem Handy unter dem Kopfpolster, weil ja ein Freund um drei Uhr Früh anrufen könnte."

Seidler empfiehlt Eltern als Argumentationshilfe für ein Gespräch mit ihren Kindern die Handy-Regeln der Wiener Ärztekammer: Nur in dringenden Fällen und dann auch nur kurz telefonieren. Stundenlange Telefonate nur am Kabel-Festnetz - denn alle Warnungen gelten auch für das mobile Funktelefon. Handy nicht in der Hosentasche tragen (Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt werden), auch nicht am Körper in Herznähe, Handys gehören am besten in eine Handtasche. In der Schule Handys ausschalten, nicht nur auf lautlos stellen. Nach dem Wählen das Handy nicht gleich ans Ohr legen, erst wenn es anschlägt. SMSen ist besser als telefonieren, aber auch hier sollte man das Gerät weit weghalten. Handys nachts nie in Kopfnähe aufbewahren, am besten ausschalten. Nicht in Fahrzeugen (Auto, Bus, Bahn) telefonieren, weil da das Handy mit voller Leistung strahlt. Beim Handy-Telefonieren immer ein paar Meter Abstand zu anderen Personen halten - sie werden mit bestrahlt.

"Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handystrahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen", warnte Erik Huber, Umweltmediziner der Ärztekammer Wien schon 2005.

Der beste Tipp für alle Eltern aber wäre es, meint Kinderexperte Seidler, den zurückhaltenden Umgang mit dem Handy einfach vorzuleben.

www.kleinezeitung.at/

PDF-Download des Originals


.